Wann sollte eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?

Die Deutschen sind bekannt als ein Volk, das sich gerne gegen alles und jedes absichern lässt. Versicherungsunternehmen haben hier ein reichhaltiges Betätigungsfeld. Und ein Erfolgreiches. Zu sehen ist das an den großen Versicherungspalästen, die allenthalben die Städte zieren.

Sicherlich muss man sich nicht gegen alles und jedes versichern, einige Versicherungen, wie zum Beispiel eine  Erwerbsunfähigkeitsversicherung können jedoch überlebensnotwendig werden in unserer zivilisierten Welt.

Als Erstes, in der Reihe der wichtigen Versicherungen, ist dabei die Haftpflichtversicherung zu nennen. Wie wichtig eine Haftpflichtversicherung ist, ist schon daran zu sehen, dass sie für Autos Pflicht ist. Auch eine Hausratversicherung ist nicht zu verachten. Aber eine Grundvoraussetzung für einen gewissen Lebensstandard und somit auch für die Finanzierung von Versicherungen ist die Ausübung eines Berufes. Aus der Berufstätigkeit wird alles finanziert. Die Berufsfähigkeit zu schützen hat also durchaus Primat. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist fast unverzichtbar.

Wer benötigt eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Natürlich all jene Menschen, jeden Tag zur Arbeit gehen, um am nächsten Tag ihre Brötchen kaufen zu können. Im Alltagsgeschehen wird einem das meistens nicht so richtig klar. Wenn man beispielsweise über die Straße geht und unbedacht einen Unfall verursacht, kann dies der Beginn einer Berufsunfähigkeit sein. Plötzlich muss man sich nicht nur mit der Krankenkasse, Therapeuten und Medizin befassen. Man muss sich unter Umständen auch einen neuen Beruf suchen. Nämlich dann, wenn die bisherige Tätigkeit aufgrund welcher Umstände auch immer nicht mehr ausgeführt werden kann oder gesundheitlich darf. Wem etwa bei einem Unfall der Fuß abgefahren wurde, der kann nicht mehr auf dem Bau arbeiten.

Aber so schlimm muss es ja gar nicht kommen, um eine Berufsunfähigkeit zu erleiden, gegen die eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung helfen kann. Es genügt schon, wenn an einem Computerarbeitsplatz im Büro der Mitarbeiter eine chronische Sehnenscheidenentzündung (Mausarm) bekommt. Von einem Tag auf den anderen ist plötzlich keine Beschäftigung am Computer mehr möglich, und das eventuell dauerhaft. Aus diesem Grund gibt es keine Berufsgruppe, die nicht eine Klientel für eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist. Etwas anders ist es natürlich mit Menschen, die ihr Einkommen eben gerade nicht aus Berufstätigkeit erzielen. Wie beispielsweise Empfängern von Sozialleistungen, Arbeitslosengeld oder Besitzern von Vermögen.

Wann sollte eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?

Möglichst zu Beginn der Berufstätigkeit, also nach der Ausbildung oder dem Studium. Gerade in so einer Situation ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung fast überlebenswichtig. Denn junge Menschen am Anfang ihres Lebens haben durch ihre berufliche Tätigkeit noch keine großen Einnahmen erzielen können. Sie haben selbst keine Rentenbeiträge ansparen können und auch nicht in die Rentenversicherung eingezahlt. Demzufolge erhalten sie im Falle eines Unfalls und einer Berufsunfähigkeit, wenn sie keine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, so gut wie keine Leistung, die ihr Überleben sichert.

Hartz IV lässt grüßen. Wenn sie dann aus gesundheitlichen Gründen nicht auf einen anderen Beruf umsteigen können, den sie noch auszuüben in der Lage sind, wird es eng. Da tritt dann, so sie abgeschlossen wurde, die Arbeitsunfähigkeitsversicherung ein. Natürlich kann auch eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung keine soziale Hängematte bis zum Lebensende sein. Allein schon deshalb nicht, weil im Allgemeinen die versicherten Summen, die im Schadensfall zur Auszahlung gelangen, nicht vollständig zum Lebensunterhalt genügen. Denn damit die Prämie der Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht ins Unermessliche steigt, wird nur ein Pauschalbetrag versichert worden sein.